So. 05.07.2015
Gegen 16 Uhr alles ins Auto, ganz langsam bei der Hitze. Uwe trug Stück für Stück runter.
Im Hafen empfing uns gleich Jürgen mit der Hiobsbotschaft, dass sein Boot heute fast abgesoffen wäre. Die Pumpe ist ausgefallen, was zum Glück Lutz aufgefallen ist. Jürgen hatte zum Glück auch schon eine neue bestellt, die er gleich einbaute um das Boot wieder leer zu pumpen. Noch 5 cm mehr Wasser und das Parkett wäre nass geworden!
Wir haben nach und nach Koffer und Taschen aus- und eingeräumt. Inzwischen war auch Petra schon im Hafen. Sie fuhr dann mit nach Saarbrücken unser Auto in die Garage stellen. Holte noch den vergessenen Kanister Rosé aus dem Kühlschrank, dann ging's zurück nach Dillingen. Leider fuhren Jürgen und Petra direkt nachhause. Wir verbrachten noch einen schönen Abend auf dem Klubschiff, feierten Stephanies Geburtstag mit Rosé und den Resten unseres Grillabends.
Mo. 06.07.
Es hatte nachts schön abgekühlt. Wir legten mit Uwe de Buhrs und Gustavs Hilfe noch mal ganz entspannt am Gästesteg an, damit Uwe die letzten 2 Stoßleisten montieren konnte. Ich machte in der Zwischenzeit einen Spaziergang mit Tobbi, der muß ja dann bis heute Abend aushalten. Wollten uns eigentlich noch von den Klubkameraden verabschieden, aber da kam ein Boot, das an den Gästesteg wollte. Also Motor an, Leinen los und auf große Fahrt. Schleuse 1 (Rehlingen) lief problemlos, danach kürzte ich erst mal meinen schöne, langen Fingernägel, bevor sie beim hantieren mit den Leinen unkontrolliert abbrechen. Auf dem Wasser geht immer leichter Wind, ist auch nicht mehr ganz so heiß wie die letzten Tage. Tobbi kam direkt an, also ich seine Schwimmweste nahm und ließ sie sich ganz freiwillig anziehen. Er verbrachte fast die ganze Fahrt schlafend auf Deck neben Uwe. Bis Konz in den Hafen. Uwe legte prima rückwärts an, alle schauten von ihren Booten aus interessiert zu, keiner kam helfen! Ist halt nicht immer so wie in Dillingen. Ich habe uns angemeldet, Uwe kontrollierte inzwischen den Motorraum, von den Stoffbuchsen ist 1 ganz dicht, die 2. fast. Er war auf jeden Fall sehr zufrieden! Nach dem Abendessen verbrachten wir noch einen sehr gemütlichen Abend.
Di. 07.07.
Der Hafen von Konz ist sehr laut. Auf der Straße ist die ganze Nacht Betrieb. Habe schlecht geschlafen, aber gegen 4 Uhr war auch noch auf anderen Booten Licht und Leute liefen rum. Um 9:30 besuchten uns Urte und Michael mit Mohnteilchen und frischen Brötchen. Morgens gab es schon für Nachmittag Schlechtwetterwarnung, Gewitter mit Tornados. Also werden wir versuchen, spätestens um 14 Uhr anzulegen. Um 11 Uhr hieß es wieder „Leinen los“. Vor der Schleuse Trier mussten wir 45 Min. warten, bis ein Schubverband hochkam. Dann konnten wir hinter einem Frachtschiff zusammen mit einem holländischen Sportboot in die Schleuse. Unten angekommen machten wir vorsichtshalber mit einer blauen Leine fest, die Uwe hielt. Aber der Frachter fuhr zwar mit viel Getöse aber sanft aus der Schleuse. Bei schwülem Wetter mit aufziehenden Wolken erreichten wir kurz nach 14 Uhr Schwaich, wo wir mit Hilfe von 2 Franzosen problemlos am Kai fest machten. Es zogen zwar dunkle Wolken auf, stürmte immer mal wieder heftig, aber bis 18 Uhr noch kein Regen. Bin mit Tobbi mal wieder Fahrrad gefahren. Nachts gab es einen heftigen, kurzen Schauer.
Mi. 08.07.
Sehr stürmisch. Erst mal unter die Dusche. Den ganzen Tag ununterbrochen heftige Böen, so dass wir beschlossen einen Ruhetag einzulegen. Haben die restliche Sonnenschutzfolie an Fenster geklebt, geräumt, Vorhänge repariert, Fahrrad gefahren. Abends am Fährturm essen. War sehr lecker. Uwe Haxe, ich Fährturmpfännchen: Bratkartoffeln mit Blut-, Zwiebel- Leber-wurst, alles untereinander. Tobbi freute sich über den Rest!
Do. 09.07.
Der Wind hat sich beruhigt, leicht bewölkt, warm. Um 10:15 abgelegt. Nach ca 1 Std. Schleuse Detzem. Konnten direkt einfahren. Haben fast ganz vorne festgemacht, was sich als Fehler herausstellen sollte. Zuerst muß man an einem Bügel festmachen, der nicht direkt über den Pollern ist. Beim Öffnen der Schotten gab es einen heftigen Sog nach vorne, der das Boot schräg stellte. Uwe machte schnell wieder die Maschine an, Leine kurz belegt, das Boot wieder an die Wand gezogen. Zum Glück kommen wir ja aneinander vorbei, so dass ich auf den 1. Poller umlegen konnte. Tobbi lief uns natürlich auch noch zwischen den Füßen rum. Danach ging alles gut. Auf Querbunen aufgesetzt, aber Uwe gab Gas, so dass wir drüber kamen. Tobbi ließ vor Schreck mal kurz seine Wassermelone fallen! Uwe war ganz blass im Gesicht. Heute leerten wir 3 Kannen Tee, aber zum Glück waren die schwarzen Wolken meist hinter oder neben uns. In die letzten Schleuse fuhren wir hinter 3 Fahrgastschiffen. Habe den Schwimmpoller gerade noch mit Hilfe des Bootshaken fangen können. Danach hatte ich Feierabend. Unterwegs habe ich das Boot etwas geputzt, hatte in der letzten Nacht viel Dreck abbekommen. Auch Farbreste von der Reeling entfernt und das Stück Wand geschrubbt, das wir mit dem Hochdrdruckreiniger vergessen hatten. Bei dem Wind bewährte sich unsere neue Sprayhood, dahinter war es doch deutlicher angenehmer als im Wind zu stehen. Bei Neumagen-Drohn die in Mustern (Herz, Wappen, etc.) angelegten Weinberge bewundert. Gegen 18 Uhr legten wir in Traben-Trabach erst an der Bootstankstelle an. Der Tankwart versicherte, dass die Mosel auch an den kleinen Stegen des Ruderclubs noch sehr tief sei. Also haben wir an einem der kleinen Gaststege im 2. Anlauf mühevoll festgemacht. Heute war ein aufregender Tag, aber wenn alles gut überstanden ist kann man den Abend ruhig angehen, bei Zucchinispaghetti mit unserer Lieblingssauce -Tofu, Zwiebel, getrocknete Tomaten - , dazu kühlen Rosé.
Fr. 10.07.
Gerade als der Kaffee fertig, kam der Ausflugsdampfer Romantica vorbei. Also schnell Leinen los. Habe auf dem Vorschiff die Sonne genossen. Langsam ziehen die Weinberge, Burgen und Winzerdörfer mit Fachwerkhäusern wie von einer Modeleisenbahn vorbei . Am Klabautermann angelegt. Im Weingut Günter super gut und preiswert gegessen. Im Klaubertmann noch sehr netten Abend mit viel Fachsimpeleien über Boote bei gutem Moselwein verbracht.
Sa. 11.07.
Noch 2 Schleusen und 30 Kilometer bis zum Rhein. Am Deutschen Eck gegen die Strömung auf den Rhein gen Lahn. Fahren jetzt mit 2 Maschinen, die müssen schon ganz schön arbeiten! Auf der Lahn ist es wieder ruhiger, nur viele Ruderboote. Langsam ziehen die bewaldete Hügel an uns vorbei. Hier werden die Schleusen noch von Hand betrieben, was zu manchem netten Gespräch mit den Schleusenwärten führt. An einer Schleuse hatte der Schleusenwärter vergessen, die Ampel für uns auf rot zu stellen. Also fuhren wir in den Schleusenkanal und hupten weil das Tor zu war. Wir sollten dann vor der Schleuse an einem dicken Poller mit Metalplanken anlegen. „Es passiert nichts!“. Ging auch alles gut. Der Schleusenwärter war froh, dass ihm das nicht bei einem Fahrgastschiff passiert ist! In Bad Ems an Steiger der vom Bootsservice Kupfer anglegt. Ein Kölner half uns beim anlegen und erzählte auch gleich, dass sie jetzt ihr Boot immer vom Sohn umlegen lassen, und dann an der jeweiligen Stelle Urlaub machen. In Bad Ems ist Brückenfest, wir gehen schon mal rüber, genehmigen uns ein ier und leckeren Flammkuchen. Kurz nach 20 Uhr kommt Andrea, wir geen noch mal durch den herrlichen Park mit altem Baumbestand zum Fest. Im Lokal nahe der Bühne war es uns zu laut, saßen nahe der beleuchteten Fontäne auf der Lahn, prima Essen mit frischen Pfifferlingen. Noch bei Kerzenlicht auf Deck gequatscht.
So. 12.07.
Frühstück mit Andrea am Park. Sonnig, nicht zu heiß, perfekt. 12:30 abgelegt, schon leicht bewölkt. Schleuse Dausenau hatte Stricke statt Stangen, eine vorne, eine hinten angenommen, das ging prima! Ab 16 Uhr Regen, aber dank Sprayhood konnte Uwe weiter vom oberen Fahrstand fahren. In Balduinstein im Yachthafen festgemacht. Der Hafenmeister, laut seiner Aussage „der Dumme für Alles“, half beim Anlegen, erklärte uns wissenswerte über den Hafen und brachte gleich den Schlüssel für die Duschen. Haben keinen Habdyempfang, aber Internet.
Mo. 13.07
Um 8 Uhr klingelte mein Handy mal kurz, war Harro. Aber telefonieren geht ja nicht.Ich kam gerade aus der Dusche, da staden Harro und Monika schon am Schiff. Hatten morgens gleich geschaut, ob in Diez ein Liegeplatz frei ist, leider nein. Wir fuhren dann mit dem Auto nach Diez, ein kleiner Stadtbummel durch das malerische Diez, schön Eis essen beim Italiener, einkaufen. Da es regmerisch und windig wurde verschoben wir die Bootsfahrt auf morgen. Abends mit Monika und Harro in Limburg lecker Essen. Haben noch von Harro eingelegte rote Beete, Selbstgemachtes Pest, frisch gebackene Plätzchen und Walnüsse bekommen. Noch auf Deck 1 Flasche pfälzer Rotwein geleert. Dann wurde es leider naß und ungemütlich, so daß die beiden schon um 22 Uhr fuhren.
Di 14.07.
Monika und Harro kamen gegen 10:30 mit frischem italienischen Brot an Bord. Monika hatte mir noch ihren Ersatzbadeanzug mitgebracht, da ich erzählt hatte, dass ich meinen vergessen habe. Toll!Herrlich bunte Uferböschung, Kornblumen, Mohn, Rittersporn und vieles mehr. Um 11 Uhr abgelegt, hatten zum Glück den ganzen Tag keinen Regen, Unterwegs bereiteten Monika und ich kleinen Imbis. Bis ?? gefahren, am Gemeindesteg angelegt, am Ufer spazieren, im Weinhaus Massengeil auf der Terrasse gut zu Abend gegessen. Die 2 Schauer störten uns nicht, da wir unter einer Plane saßen. Noch eine Weile bei uns auf Deck, dann begleiteten wir die Beiden zum Bahnhof. Es kamen keine Züge. Auf der Brücke hatta Harro zum Glück Handy-Empfang, so dass Monika ihren Soh anrufen konnte, Kurz bevor er kam lief auch der 1. Zug wieder ein.
Mi. 15.07.
Heute hatten wir nur 11 km und 2 Schleusen, da wir an dem schönen allten Wirtshaus zur Lahn in Dausenau anlegen wollten. Nach dem Mittagsimbiss machte ich mich mit Tobbi auf den Weg zum Wirtshaus, an der herrlichen '1000 jährigen' Eiche vorbei. Am Wirtshaus ein Schild „Wegen Krankheit geschlossen“ Schade. Blieben trotzdem am Steg liegen und machten uns auf den Weg zum Stadtmauer-Rundgang. Ziemlich schwül, aber im Wald angenehm erfrischend. Noch im Dorfladen Obst und kalten Apfelwein gekauft. Der Frisör erzählte uns die Stadtgeschichte, die 1000-jährige Eiche ist erst sicher 800 Jahre alt, keiner will die schönen allten, aber teils sehr kleinen Fachwerkhäuser mit niedrigen Decken im Ortskern. Eines wurde für über 1 Million originalgetreu restauriert, der Stall ausgebaut und dann für 160.000 verkauft! Im Lahnhof sehr gut gegessen, mit Petra, Tom und Sohn Lennart von dem Miet-Hausboot. Sehr nett. Tom kam später noch zu an Bord, Uwe erklärte ihm das Schiff.
Do. 16.07.
Kurz nach 10 Uhr los. Mit Motorboot in allen Schleusen bis zum Rhein. Um 13:15 in Koblenz Rheinlache angelegt. Sehr nett. Mit Hafenmeister und einigen anderen Anleger getrunken. Imbiss, kurze Pause, um 16 Uhr mit Fahrrädern vor zur Seilbahn, auf Burg Ehrenfels gefahren. Dort erst spazieren, ab 18 Uhr Rundgang durch die Burg. Immer noch heiß und schwül. Abendessen gekocht, noch mit anderen zusammen gesessen bis 22 Uhr.
Fr. 17.07.
Uwe fuhr morgens schon nach SB, während ich noch schlief. Sehr heiß. Zuerst mit Tobbi spazieren und Einkaufen. Auf Boot ein bißchen geräumt, geputzt, gesonnt. Erst um 18 Uhr wieder mit Tobbi raus. Nochmal bei Edeka Apfelwein geholt. Mit Sprudel prima Getränk bei Hitze. Uwe kam kurz nach 21 Uhr wieder mit allem, was wir vergessen hatten und seinem Rechner. Der alte Rechner an Bord war bei der Fahrt auf dem Rhein von Mosel zur Lahn runtergefallen und funktionierte nicht mehr richtig. Ist aber wichtig für die Fahrt auf dem Rhein wegen Anzeige der Fahrrinne.