Sa. 18.07.
Um 10 Uhr in Koblenz los gen Mondorf. Heftig Wind, leicht bewölkt, ich fand es schon wieder kühl. In Neuwied getankt, um 15:30 in Mondorf bei den Piraten angelegt. Sehr nett. War gerade mit Tobbi kurz draußen, da kamen auch schon Rosi, Gabi, Hilde und Ben mit jede Menge fester und flüssiger Nahrung. Hilde bemerkte beim Auspacken, dass sie ihr auf dem Markt statt der Würstchen die Leberwurst gegeben haben, die ein Mann neben ihr wollte. Der hat jetzt wahrscheinlich die Würstchen ung wird genauso staunen wie Hilde, Im Boot gemütlich gemacht bei Cremant und Käse, Der erste Sekt auf dieser Tour! Ben ging gleich schwimmen, durfte mit dem Aquascooter vom Hafenmeister losziehen. Er war begeistert, der Hafenmeister auch, seine Kinder haben nämlich keinen Spaß mehr daran. Hatte gerade Zeit unsere Gläser zu spülen, als auch schon Elke und Gero mit Verpflegung zum Grillen anrückten. Haben uns an Deck gesetzt, gut gegessen und verzählt. Noch mit Ben und Tobbi spazieren. Im Dunkeln unterm Sternenhimmel ging Ben dann noch mal schwimmen. Er hatte dann für heute genug Bewegung, Da doch viele Mücken unterwegs waren, beschloß Ben drinnen zu schlafen.
So. 19.07.
Morgens beim Bäcker. Um 13:30 kamen Kläre und Peter für 1 Stunde. Als sie gingen kamen direkt Schattis. Gisela holte mit Ben lecker Kuchen, gemütlich Kaffee getrunken. Leider Regen, also nicht Boot gefahren. Uwe hat Walter noch angerufen, ob sie bei dem schlechten Wetter wirklich kommen wollen, waren aber bereits am packen. Gerade als Schattis gingen stand Walter mit den Kindern am Tor. Statt der erwarteten 2 großen Söhne hatte er Katharina (11 J) und Heinrich (9 J). 3 Besuche, die sich die Klinke in die Hand geben, das fand ich jetzt doch stressig! Wurde aber nett. Ben und Katharina mit meinem geliehenen Badeanzug machten Halli- Galli im Wasser, sprangen ganz oben vom Boot runter. Die 3 Kids vergnügten sich unten, wir saßen gemütlich auf Deck.
Ben schlief auf Deck, Walter mit seinen Kindern im Bug.
Mo. 20.07
Walter und Ben waren um 8 Uhr schon schwimmen. Ben weckte die Kinder, hatte seine Hanutas zwischen die 2 gestellt, was sie sehr freute. Tolle Idee von Ben! Er und Walter dann zum Bäcker, brauchten ziemlich lange. Hatten noch die andere Seite der Insel erkundet. Ben hatte Durchfall, die 2 Gläser Wasser, die er trank kamen auch gleich wieder raus. Walter und Kinder machten sich nach dem Frühstück auf den Nachhauseweg mit Fähre und Straßenbahn. Ben schlief fast den ganzen Tag. Biggi holte Uwe ab, er wollte bei ihr mal ins Internet. Inzwischen bildete sich eine riesige Öllache im Hafen, auch um unser Schiff. Ich versuchte sie mit Pril zu bekämpfen, da ich dachte, es käme von uns. Konnte aber nicht erkennen, wo es herkommen sollte. Jetzt fing es auch noch an zu regnen. Holte noch 2 Flaschen Pril mit dem fahrrad von Netto, und spritzte immer wieder das Öl weg. Als Biggi und Uwe wieder kamen, war nur noch Öl am Steg Richtung Ausgang. Einer der Lieger meinte, das käme schon mal vor. War am Nachmittad alles weg. Biggi fuhr mit mir zu Aldi, danach ingen wir mit den Hunden spazieren, da gerade eine Regenpause war. Ben trank Cola, aß Salzletten und schlief.
Di. 21.07.
Ben ging es zum Glück wieder gut. Aß erst mal nur 2 trockene Brötchen. Also weiter auf Fahrt gen für Kölner verbotene Stadt Düsseldorf. Heftig Wind, mir war kalt. Ganz ordentlich Wellen, wenn wir großen Frachtern begegneten. Ben hatte seinen Spaß dabei! Als wir in Düsseldorf bei den „Höllenkindern“ im Medienhafen anlegten, winkten Stehmanns schon vom Ufer. Uwe konnte den Schlüssel für das Tor aus einem Briefkasten fischen. Die Liegegebühr sollten wir einfach einwerfen. Netter kleiner Hafen, tolle Gebäude an den Ufern. Mit Mechtilde und Michael in die Stadt gefahren und gegenüber dem ältesten Gebäude von Düsseldorf, einer kleinen Kirche, lecker Matjes gegessen und dazu Alt getrunken.
Mi. 22.07.
Beim Rausfahren aus dem Hafen hinter einem Ausflugsdampfer. Der war sehr langsam, so hatten wir Muse, die interessanten Gebäude im Medienhafen anzuschauen. Raus auf den Rhein kamen auch noch größe Frachter, Ben freute sich über die riesigen Wellen, die unser Boot ganz schön durchschaukelten. In Duisburg in einem Seitenarm entlang Hubwerften und groß4n Kränen, durch ein riesiges Schleusentor, was wohl bei Hochwasser geschlossen wird, bis zur Marina gefahren. Die ist in der Nähe der Altstadt. Ben, Tobbi und ich zogen los zum Einkaufen bei Lidl. Ben half einem Bootsnachbarn sein Schiff reparieren. Er schraubte unter Wasser die Trimmklappen los, so dass dieser seinen Motor ausbauen und reparieren konnte. Dafür bekam er Geld, was ihn spontan dazu veranlasste, uns auf ein großes Bier einzuladen. Schön in der Sonne auf Deck bekam Ben endlich die schon lange versprochenen Nudeln mit Champignons. Dann zogen wir in die Altstadt, genehmigten uns große Bier in der Fußgängerzone. Sehr nettes Gespräch mit dem Wirt, der uns davon abriet in den Norden Duisburgs in das Mitternachtskino im Freien zu fahren. Dafür soll man Karten im Internet kaufen, ist normalerweise ausverkauft. Also holten wir auf dem Rückweg noch 2 amerkanische Pizzas und machten Kinoabend an Bord. Es gab „Kottan ermittelt“. War total lustig.
Do. 23.07.
Morgens Hundefutter, frische Brötchen und Bagles geholt, dann ging es weiter gen Xanten. Uns kamen riesiege Schubverbände entgegen, am Ufer begeisterten mich große Industrieanlagen. Langsam wurde die Landschaft flacher, es blies ein heftiger kalter Wind, was nur mich störte. Bei Rees in einem Baggersee im Yachthafen angelegt. Er wird als Rückhaltebecken für Hochwasser und gleichzeitig als Naturschutzgebiet angelegt. Sehr ruhig, sauberes Wasser. Konnte mich trotzdem nicht überwinden mit Ben schwimmen zu gehen. Nach einigen Anlegern in der Clubkneipe Spieleabend an Bord.
Fr. 24.07.
Ben und ich fuhren mit Tobbi zu Rewe in Obermörmter, wollten vor allem Soyaprodukte kaufen. Er entpuppte sich aber als kleiner Dorfladen, der so was natürlich nicht führte, Also fuhren Uwe und ich mit der Fähre nach Rees. Ben durfte Angeln, Wir hofften auf leckeren Fisch zum Abendessen, daraus wurde aber leider nichts. Rees ist ein schon um 500 gegründetes Ortchen mit alten Stadtmauern und vielen neuen Bronzefiguren, z.B den 'Rhinkieker'. Einkaufen, lecker Eis essen und mit der Fähre zurück. Ben war inzwischen mit Marko, 14 Jahre, an Bord, gingen dann schwimmen im Baggersee. Wenn Ben so weitermacht bekommt er bestimmt bald Schwimmhäute zwischen den Zehen! Uwe füllte Batteriewasser nach und ging dann auch schwimmen, Ben wieder mit. Lecker Essen auf dem Klubschiff. 1 große Portion 'Krakenfüße' ( geratene aufgeschnittene Würstchen), lecker Pommes und 'Scharfe Seemannsbraut', ( gut gewüztes Hackfleischröllchen mit toller Currysauce), dazu wieder Alt. (Sorry ihr Kölsch Fans!) Noch gekniffelt. Ben zockte mich total ab.
Sa. 25.07.
In der Nacht kam Sturm auf. Uwe baute die Bimini ab, sicherte das Boot mit 2 weiteren Leinen. Im Laufe des Vormittags wurde der Sturm schlimmer. Immer wieder gab es heftige Schauer. Eigentlich wollten wir uns mit Sascha und Kerstin in Xanten treffen, aber angesichts der Sturmwarnung ließen wir das bleiben. Ben, Tobbi und ich fuhren mit der Fähre noch mal rüber nach Rees, obwohl keine Gewähr war, dass die Fähre später wieder noch zurück fahren würde. Aber wir hatten Glück! Nach erfolgreichem Einkauf brachte uns die Fähre heftig schaukelnd wieder nach Reeserschanz. Ben hatte richtig Spaß daran, ich war froh, als wir wieder an Land waren. Sonst hätten wir den Umweg über die Brücke machen müssen, wäre bei dem Sturm bestimmt auch nicht lustig gewesen. Nachmittag im Hafen verbracht, Uwe hörte sich den Vortrag von WSP (Wasserschutzpolizei) über Sicherheit auf dem Wasser und Ausrüstung von Booten an. Danach Kaffe, Kuchen und Kaffeeschnaps auf dem Klubschiff bei Berichten von Fahrten einiger Klubmitglieder des WSV Xanten. Alle total nett. Noch mal lecker Essen vom Hafenmeister persönlich gekocht. Nach einer Spazierfahrt mit Tobbi Absacker mit Hafenmeister und seiner netten Frau. Langsam legte sich der Sturm, also geht es morgen wohl weiter gen Holland, da sonntags leider kein Bus nach Xanten fährt.
So. 26.07.
Morgens strahlende Sonne. Uwe und Ben machten das Schiff zur Abfahrt bereit. Teppich wieder ausgelegt, Bimini aufgestellt. Ben spritzte das Boot ab und schrubbte, war toll sauber.
Einige Bootsleute kamen noch an den Steg um uns zu verabschieden, halfen beim Ablegen. Kaum auf dem Rhein zogen Wolken auf, Wind kam wieder auf, mir war sofort kalt. Es war mehr Schiffsverkehr auf dem Rhein als erwartet, oft hohe Wellen, was Ben natürlich wieder freute. Kurz nach 14 Uhr im Hafen von Nimwegen bei heftigem Wind gut angelegt. Bald kamen noch viel mehr Sportboote, so daß sie teilweise 'Päckchen' (2 oder mehr nebeneinander) legen mußten. Noch in die Stadt, am 'groote Markt' Hoegarden getrunken und Nachos dazu gegessen. Leider fing es an zu regnen, so dass wir uns schnell auf das Boot verkrümelten. Abends 2 Filme vom Computer geschaut, da wir nur holländisches Fernsehen bekamen. Uwe war schon im Bett, wir gerade mit Tobbi zurück, als 2 Typen an unser Boot kamen. Ich dachte, die wären von der Stadt, da der Automat zum Bezahlen nicht funktionierte. Als ich die Tür aufmachte verzogen sie sich sofort. Hatten wohl gedacht, keiner an Bord, da kein Licht an war. Pech gehabt!
Mo. 27.07.
Schon um 9 Uhr aufgestanden, da wir geplant hatten bis s'Herzogenbusch zu fahren, wo Ben wieder zu seinen Eltern wollte. Aber bald fing es an zu stürmen und zu regnen, so dass wir beschlossen im Hafen liegen zu bleiben und Ben in Nimwegen in den Zug zu setzen. Nutzten eine kurze Regenpause, um uns auf den Weg zu machen. Vorher gab es an Bord noch Bagels mit Rührei. Auf der Hauptstraße war großer Makt. Ben kaufte bei C&A noch eine tolle 'Leder'jacke, die um 70% reduziert war. Leider setzte bald heftiger Regen ein, so dass wir uns von Vordach zu Vordach langsam zum Bahnhof vorarbeiteten. Es ist unwahrscheinlich, was Tobbi hier unterwegs alles zu fressen findet! Eigentlich bräuchte ich ihn gar nicht mehr zu füttern. Es ging auch gleich ein Zug nach Utrecht mit Anschluß nach Rotterdam. Ging alles so schnell, dass wir uns gar nicht mehr richtig von Ben verabschieden konnten. Schade! Haben dann 25 Min. im Bahnhof gewartet, bis der heftigste Schauer vorbai war. Uwe fand in einem Abfallkorb einen noch halbwegs brauchbaren Schirm, denn Uwe hat keine Regenjacke dabei. War zu optimistisch für so einen langen Urlaub. Langsam durch kleine, hübsche Gäschen zurück zur Hauptstraße. Vor dem nächsten heftigen Schauer flüchteten wir in die Kneipe mit der Grolsch-Werbung, die gestern Abend geschlossen hatte. Unter einem riesigen Sonnnen- (besser Regen-) schirm mit Heizstrahlern ließen wir uns bei Grolsch und leckerer Senfsuppe mit noch warmen Roggenbrot langsam wieder trocknen. Gegen 14 Uhr kam sogar die Sonne kurz raus und wir kamen fast trocken wieder auf's Boot. War ich froh, dass wir bei diesem stürmischen, regnerischen Wetter nicht weitergefahren sind!
Di. 28.07.
Heute kein Regen, aber immer noch furchtbar stürmisch und grau. So beschlossen wir, noch 1 Tag in Nimwegen zu bleiben. Wir erkundeten den westlichen Teil Nimwegens. Sehr nette kleine Geschäfte, viele Antiquitäten, herrlichen Käseladen und Bäckerei gefunden, wo wir uns auch gleich eindeckten. Die große Stephanskirche besichtigt. Hat 3 kleine Nebenkapellen, die von verschiedenen Religionsgemeinschaften genutzt werden. In der ganzen Kirche war auch eine Ausstellung verschiedener zeitgenössischer Maler und von kleinen Skulpturen. Das älteste Cafe Nimwegens hatte leider noch zu, so dass wir nach längerem Suchen doch wieder in der netten Kneipe von gestern landeten. Die Bedienung fragte auch gleich, ob wir wieder 2 Senfsuppen haben wollten. Wir entschieden uns aber heute zu 'Fish & Chips' und Frikandeln. War auch wieder lecker. Langsam kam auch die Sonne raus, aber immer noch heftiger Sturm. Viele abgestellte Fahrräder wurden umgeblasen. Ich war froh, als wir gegen 15 Uhr wieder an Bord waren. Später legte die 'La Jolie', ein kleines Segelboot aus Koblenz bei uns auf Päckchen an, die wir unterwegs auch schon mal gesehen hatten.
Mi. 29.07.
Gegen Mittag los, da sollte die Regenfront laut Regenradar über uns weg sein. Kurz hinter Nimwegen von der Waal in den Waal-Maas-Kanal abgebogen. 1. Großschleuse schlechte Anlegemöglichkeit, aber Wasser kam von unten, war kein Problem. Mir ging in der Hektik der Bootshaken über Bord, Uwe holte ihn von der Badeplatform zum Glück wieder rein. Bald danach zogen schwarze Wolken auf, Sturm, heftiger Regen, Hagel, Blitz und Donner. Dazu immer wieder große Wellen von Frachtschiffen. Die schwarze Wolke zog leider mit uns, konnten vor und hinter uns blauen Himmel sehen. Nach der 2. Schleuse, die wir einfach durchfahren konnten, ging es bald vom Kanal wieder auf die Maas. Von da an hatten wir heftigen Wind. Die Wellen hatten teilwiese Schaumkronen. Nach der Schleuse, die wir mit einigen Schwierigen hinter uns brachten, zog das flache Land einigermaßen ruhig an uns vorbei. Etliche alte umgestürzte Bäume und Windmühlen säumten unseren Weg, kleine typisch holländische Örtchen mit verklinkerten Häusern, Kühe, die am Ufer grasten, viele Gänse und Enten. Trotzdem reicht mir der Wind langsam. Windgeschützt in der Sonne ist es schön warm, aber der Wind bläst nicht nur heftig sondern auch noch kalt! Kurz nach 17 Uhr in Maasbommel mit Hilfe der netten Hafenmeisterin bei heftigem Wind angelegt.
Do. 30.07.
Um 12:30 erst los, nachdem der regen voebei war. Heute viel weniger Wind als gestern! In allen Yachthäven liegen hier sehr viele Segelschiffe. In der 1. Schleuse waren wir mit einem Ausflugsboot, einem Frachter und 11 Sportbooten, teils zu 3. nebeneinander. War bei der Ausfahrt ein tolles Bild, wie ein Sportboot nach dem anderen, wie Perlen auf einer Schnur rausfuhren. Nachmittags legte sich der Wind ganz. Wir bogen von der Maas in einen wohl ziemlich neuen Kanal nach Veghel ab. Der war auf keiner Karte und auch im Computer noch nicht eingezeichnet. Dadurch kürzten wir den Bogen durch s'Hertzogenbusch ab. Da doch einige Frachter unterwegs waren, wurden wir auch immer direkt gaschleust. Im Yachthafen von Veghel ergatterten wir gerade noch den letzten Platz an der Mauer.
Fr. 31.07.
Nach der 1. Schleuse zeigte sich die Süd-Wilhelmsfahrt von ihrer schönen Seite. Auf beiden Seiten wuchsen hohe Binsen, wilder Dost, Schafgarbe, Weidenröschen, Blutweiderich und viele andere Wildblumen. Vor einer Hubbrücke mussten wir leider 1:15 warten, da sie nicht gehoben wurde und wir auch nicht wussten, was wir machen sollten. Im Häuschen war niemand, und auch die Schleuse meldete sich nicht auf Uwes Funkruf. 2 Schiffe kamen entgegen, Brücke ging hoch, aber als wir losfuhren ging sie wieder runter. Uwe wollte gerade mit dem Fahrrad vor zur nächsten Schleuse fahren, als von hinten ein kleines Bötchen kam. Die Brücke ging sofort auf rot/grün, hob sich, wir fuhren schnell hinter ihm her. Nach der nächsten Schleuse wuchsen große Bäume auf beiden Seiten, so dass wir wie durch eine Allee fuhren. Dabei meistens Sonne oder kleine Wolken, das ist Urlaub! Mussten vor einer Schleuse auf eine Berufsschiffahrt warten, wollte mit Tobbi spazieren gehen, aber er ging nicht weit vom Boot weg. Hatte es immer im Blick! Hinter Schleuse 14 kurz vor Niederwerth haben wir an einer Spundwand angelegt. Tobbi fand gleich ein Stöckchen, das ich ihm immer wieder warf. Er konnte endlich mal wieder frei laufen, rannte hinter dem Stöchchen her, wälzte sich darauf und zerkaute es. Endlich mal einfach so in freier Natur. Bei einem herrlicher Sonnenuntergang ließen wir uns das Abendessen an Deck schmecken. Später schien der Vollmond durch die dunklen Bäume, hinter uns die beleuchtete Schleuse. Herrliches Bild!
Sa.01.08.
Morgens blauer Himmel, kein Wind. Ganz entspannt um 10 Uhr abgelegt. Ich war auch schon auf, mit Tobbi spazieren, obwohl ich doch, sobald ohne Arbeit, nie mehr vor 10 Uhr aufstehen wollte! Die Enten, die schlafend auf dem Wasser trieben, ließen sich nicht stören. Sie hoben noch nicht mal die Köpfe aus den Federn. Kamen auch gut durch die Schleusen, Hebebrücken gingen schnell auf. Hinter der 2. Schleuse war eine Bootstankstelle, 1.12 €|l. Da machten wir den Tank gleich mal voll. Haben Diesel an Schiffstankstellen schon für 1.54€ gesehen. Der Kanal in Holland ist toll in Schuß, anders als viele Kanäle in Frankreich. Wird allerdings auch noch für Berufsschiffahrt genutzt. An den Spundwänden sind auch immer kleine abzweige, zum Rand hin ist eine Schräge mit Erde aufgefüllt, so dass Tiere, die in den Kanal fallen, noch eine Möglichkeit finden, wieder raus zu kommen. Das Wasser ist klar, man kann fast bis auf den Grund sehen, immerhin mindestens 2.20m. An der belgischen Grenze tauschte ich dir olländische gegen die belgische Gastflagge. An Schleuse Bocholt mussten wir dann wieder die Vignette für Flandern für 40€ kaufen. Danach kam der schönste Teil des Kanals, wir fuhren durch eine herrliche Allee bis zum Gaststeiger in Tongerlo, direkt vor einem Lokal mit Biergarten. Es hatte heute zwar nicht die vorhergesagten 32°, aber im T-Shirt konnte man es gut aushalten. Mit Tobby spazieren, aber er wollte immer wieder zum Boot zurück. Abends im Biergarten haben wir erst die Platte mit den 12 verschiedenen frittierten Snacks und dann noch Sandwiches gegessen, Hier gibt es nur Kleinigkeiten, aber die sind alle sehr lecker und satt wurden wir auch. Dazu köstliches, belgisches Bier. Uwe probierte den 'Brauerei-Rundgang', 3 verschieden belgische Biere, dazu ein kleines Schälchen Salami. Tobby bekam auch ein Schälchen mit Hundekuchen!
So. 02.08.
Wollten heute nur bis kurz vor Maastricht, da am Sonntag die Schleusen nicht bedient werden, Nur ca. 30 km auf dem Kanal. So hatte ich noch bequem Zeit beim Bäcker Baguette und Croisant und beim Metzger 1 großen, gebratenen Hähnchenschenkel und Satérol zu holen. Da der Croisant und die Wurst super lecker waren, fuhr ich mit dem fahrrad nochmal ins Dorf. Croisants gab es leider nicht mehr, aber ich kaufte noch 1 großes Stück Satérol. Während der Fahrt habe ich mich auf dem Vordeck gesonnt, hatte ja den ganzen Tag frei, da nicht geschleust wurde. Viele Radfahrer fuhren am Kanal vorbei. Warm, aber auf dem Wasser nicht zu heiß. In Schmermaas am Kanal angelegt, haben später auch noch 3 andere Boote gemacht. Mit Tobbi am Kanal entlang, ein Stück durch Wald. Dann Mittagsschlaf gehalten. Anschließend am Kanal spazieren, in den kleinen Ort. In einer sehr gut besuchten Eisdiele hat Uwe sich einen Eisbecher geholt. Ich wollte 3 Kugeln Eis, war aber sehr viel. Dir große Waffel war halb mit Limoncello-Eis gefüllt, darauf je eine Riesenkugel Schokolade- und Ferrero-Eis. Sehr lecker! Noch 2 Dosen kühles belgisches Bier mitgenommen. Nach der Riesenportion Eis wollte keiner mehr Abendessen, auch das Bier blieb im Kühlschrank!
Mo. 03.08.
Sonnenschein, leichter Gegenwind. So wird es uns auch nicht zu heiß. Ziemlich schnell durch die 1. Schleuse auf die Maas. Hier bekamen wir ein Heft 'Flusstourismus in der Wallonie' mir sämtlichen Wasserstraßen, Yachthäfen, Haltepunkten und interessanten Sehenswürdigkeiten entlang der Flüsse und Kanäle. Durch Mastricht, durch die 2. Schleuse auf den Kanal 'Albert', weiter nach Lüttich. Ich konnte mich auf dem Vorschiff sonnen und die Landschaft genießen. Da es noch sehr früh war, ca. 15 Uhr, setzten wir die Fahrt gen Huy fort. Vor der Schleuse Ivoz-Ramet war der Bär los. Es warteten schon viele Frachtschiffe und 9 Motoryachten. Zum Glück konnten wir gut an der Mauer festmachen, nur der arme Tobbi kam nicht von Bord. Hätte eine hohe Leiter hochklettern müssen! Der Schleusenwärter machte seine Schleuse immer rappelvoll, trotzdem kamen wir erst beim 3. mal schleusen mit. Haben ca. 4 Stunden gewartet. Kurz hinter der Schleuse haben wir am 'Halt Fluvial' festgemacht. Habe Belgier, die an Land Tisch und Stühle aufgestellt hatten und gemütlich bei Essen und Trinken zusammensaßen, gefragt, ob man hier über Nacht liegen bleiben kann. Kein Problem, Strom, Duschen kostenlos. 'You are welcome to sleep here'!
Di. 04.08.
Von heftgem Regen geweckt. Machte die Augen gleich wieder zu. In der 1. Regenpause mit Tobbi raus, Müll entsorgt und abgelegt. Nur 1 km gefahren, vor der Brücke angelegt und zum Einkaufen rüber in den Supermarkt. Auf dem Rückweg fing es schon wieder an zu regnen und hörte leider auch so schnell nicht mehr auf. Trotzdem kurz vor 12 Uhr weiter, Uwe fuhr von innen. In der 1. Schleuse kurz vor Huy regnete es in Strömen. Ich war total nass, meine 'tolle' North Face Regenjacke war auch innen nass. Uwe hatte aber schon die Heizung angeschmissen, so dass ich die Kleider wieder trocknen konnte. In den nächsten Schleuse blieb es zum Glück trocken. Bei diesigem Wetter passierten wir die herrlichen Felsen zwischen Andenne und Namur. In Namur machten wir mit Hilfe von Holländern im Hafen 'de Jambes' gegnüber der großen Zitadelle fest. Abends kam die Sonne wieder raus. Also noch ein Spaziergang durch Namur. Kurz vor dem Hafen kamen wir an einer Frittenbude vorbei. 1 mal muß man doch in Belgien die guten Fritten gegessen haben! Uwe holte eine große Portion mit Samurei-Sauce und eine super leckere Frikandel. Das war es dann mit Abendessen. Zum Nachtisch hatten wir blondes, belgisches Tischbier. Wie sich herausstellte hatte es nur 1.3%, schmeckte aber sehr gut. Aber Leffe blonde mit 8% ist noch besser!
Abends genossen wir das herrlich beleuchtete Panorama am Ufer, Häuser, Brücke und Zitadelle sind toll angestraht.
Mi. 05.08.
Heute ist es leicht bewölkt, aber wieder warm. Ort mit großen wallisischen Hähnen in den Vorgärten. An den Felsen am Rande dr Maas konnte man sehen, wie sich die Kontinente zusammen geschoben haben und die einzelnen Steinschichten aufgeworfen wurden.Kleine und große Burgen, Schlößchen, und herrlich pitoreske Häuser säumten unseren Weg. Ich glaube, hier gibt es keine 2 gleiche Häuser. Am Steg bei Hastière mit Hilfe eines Fischers fest gemacht, Erst wollte er uns erzählen, das sei privat. Aber nachdem Uwe auf unsere Unterlagen hingewiesen hat, war er sehr nett. 50 m weiter stand eine gut besuchte Frittenbude, Also wurde wieder mal nicht gekocht, sondern typisch belgisch gegessen, Fritten mit Frikandel und lecker belgisches Bier. Die Fritten waren noch besser als gestern! Tobbi versuchte immer, sich heimlich von Bord zu schleichen, was ihm auch gelang, als wir nicht mehr so aufpassten, nachdem die Frittenbude geschlossen war. Erstaunlich, wo er dann plötzlich überall durch und hoch kommt! Auf Pfiff kam er aber sofort wieder. Heute hatten wir 8 Schleusen, Übung für Frankreich. Nach der 3. hatten wir auch wieder ein gutes System raus, was natürlich bei der 4. nicht funktionierte. Aber danach ging es prima weiter. Mal schaun, wie es morgen in Frankreich auf der Maas in den kleinen Schleusen funktioniert! Erfahrungsgemäß hat da jede Schleuse eine andere Überraschung für uns!