So. 26.07.
Morgens strahlende Sonne. Uwe und Ben machten das Schiff zur Abfahrt bereit. Teppich wieder ausgelegt, Bimini aufgestellt. Ben spritzte das Boot ab und schrubbte, war toll sauber. Einige Bootsleute kamen noch an den Steg um uns zu verabschieden, halfen beim Ablegen. Kaum auf dem Rhein zogen Wolken auf, Wind kam wieder auf, mir war sofort kalt. Es war mehr Schiffsverkehr auf dem Rhein als erwartet, oft hohe Wellen, was Ben natürlich wieder freute. Kurz nach 14 Uhr im Hafen von Nimwegen bei heftigem Wind gut angelegt. Bald kamen noch viel mehr Sportboote, so daß sie teilweise 'Päckchen' (2 oder mehr nebeneinander) legen mußten. Noch in die Stadt, am 'groote Markt' Hoegarden getrunken und Nachos dazu gegessen. Leider fing es an zu regnen, so dass wir uns schnell auf das Boot verkrümelten. Abends 2 Filme vom Computer geschaut, da wir nur holländisches Fernsehen bekamen. Uwe war schon im Bett, wir gerade mit Tobbi zurück, als 2 Typen an unser Boot kamen. Ich dachte, die wären von der Stadt, da der Automat zum Bezahlen nicht funktionierte. Als ich die Tür aufmachte verzogen sie sich sofort. Hatten wohl gedacht, keiner an Bord, da kein Licht an war. Pech gehabt!
Mo. 27.07.
Schon um 9 Uhr aufgestanden, da wir geplant hatten bis s'Herzogenbusch zu fahren, wo Ben wieder zu seinen Eltern wollte. Aber bald fing es an zu stürmen und zu regnen, so dass wir beschlossen im Hafen liegen zu bleiben und Ben in Nimwegen in den Zug zu setzen. Nutzten eine kurze Regenpause, um uns auf den Weg zu machen. Vorher gab es an Bord noch Bagels mit Rührei. Auf der Hauptstraße war großer Makt. Ben kaufte bei C&A noch eine tolle 'Leder'jacke, die um 70% reduziert war. Leider setzte bald heftiger Regen ein, so dass wir uns von Vordach zu Vordach langsam zum Bahnhof vorarbeiteten. Es ist unwahrscheinlich, was Tobbi hier unterwegs alles zu fressen findet! Eigentlich bräuchte ich ihn gar nicht mehr zu füttern. Es ging auch gleich ein Zug nach Utrecht mit Anschluß nach Rotterdam. Ging alles so schnell, dass wir uns gar nicht mehr richtig von Ben verabschieden konnten. Schade! Haben dann 25 Min. im Bahnhof gewartet, bis der heftigste Schauer vorbai war. Uwe fand in einem Abfallkorb einen noch halbwegs brauchbaren Schirm, denn Uwe hat keine Regenjacke dabei. War zu optimistisch für so einen langen Urlaub. Langsam durch kleine, hübsche Gäschen zurück zur Hauptstraße. Vor dem nächsten heftigen Schauer flüchteten wir in die Kneipe mit der Grolsch-Werbung, die gestern Abend geschlossen hatte. Unter einem riesigen Sonnnen- (besser Regen-) schirm mit Heizstrahlern ließen wir uns bei Grolsch und leckerer Senfsuppe mit noch warmen Roggenbrot langsam wieder trocknen. Gegen 14 Uhr kam sogar die Sonne kurz raus und wir kamen fast trocken wieder auf's Boot. War ich froh, dass wir bei diesem stürmischen, regnerischen Wetter nicht weitergefahren sind!
Di. 28.07.
Heute kein Regen, aber immer noch furchtbar stürmisch und grau. So beschlossen wir, noch 1 Tag in Nimwegen zu bleiben. Wir erkundeten den westlichen Teil Nimwegens. Sehr nette kleine Geschäfte, viele Antiquitäten, herrlichen Käseladen und Bäckerei gefunden, wo wir uns auch gleich eindeckten. Die große Stephanskirche besichtigt. Hat 3 kleine Nebenkapellen, die von verschiedenen Religionsgemeinschaften genutzt werden. In der ganzen Kirche war auch eine Ausstellung verschiedener zeitgenössischer Maler und von kleinen Skulpturen. Das älteste Cafe Nimwegens hatte leider noch zu, so dass wir nach längerem Suchen doch wieder in der netten Kneipe von gestern landeten. Die Bedienung fragte auch gleich, ob wir wieder 2 Senfsuppen haben wollten. Wir entschieden uns aber heute zu 'Fish & Chips' und Frikandeln. War auch wieder lecker. Langsam kam auch die Sonne raus, aber immer noch heftiger Sturm. Viele abgestellte Fahrräder wurden umgeblasen. Ich war froh, als wir gegen 15 Uhr wieder an Bord waren. Später legte die 'La Jolie', ein kleines Segelboot aus Koblenz bei uns auf Päckchen an, die wir unterwegs auch schon mal gesehen hatten.
Mi. 29.07.
Gegen Mittag los, da sollte die Regenfront laut Regenradar über uns weg sein. Kurz hinter Nimwegen von der Waal in den Waal-Maas-Kanal abgebogen. 1. Großschleuse schlechte Anlegemöglichkeit, aber Wasser kam von unten, war kein Problem. Mir ging in der Hektik der Bootshaken über Bord, Uwe holte ihn von der Badeplatform zum Glück wieder rein. Bald danach zogen schwarze Wolken auf, Sturm, heftiger Regen, Hagel, Blitz und Donner. Dazu immer wieder große Wellen von Frachtschiffen. Die schwarze Wolke zog leider mit uns, konnten vor und hinter uns blauen Himmel sehen. Nach der 2. Schleuse, die wir einfach durchfahren konnten, ging es bald vom Kanal wieder auf die Maas. Von da an hatten wir heftigen Wind. Die Wellen hatten teilwiese Schaumkronen. Nach der Schleuse, die wir mit einigen Schwierigen hinter uns brachten, zog das flache Land einigermaßen ruhig an uns vorbei. Etliche alte umgestürzte Bäume und Windmühlen säumten unseren Weg, kleine typisch holländische Örtchen mit verklinkerten Häusern, Kühe, die am Ufer grasten, viele Gänse und Enten. Trotzdem reicht mir der Wind langsam. Windgeschützt in der Sonne ist es schön warm, aber der Wind bläst nicht nur heftig sondern auch noch kalt! Kurz nach 17 Uhr in Maasbommel mit Hilfe der netten Hafenmeisterin bei heftigem Wind angelegt.